Sonntags gehen in Samoa alle in die Kiche, weil sie fürchterlich religiös sind. Die Londoner Missionare haben damals, als sie Samoa missionierten, ganze Arbeit geleistet. Heute gehören Samoaner der London Missionary Church, der Katholischen Kirche, den Mormonen und allen möglichen anderen Konfessionen an. Zum Gottesdienst erscheinen alle in weiß, also nicht irgendwie weiß, sondern strahlend weißweiß mit Hut, besonders die im Chor. Chor hat großes Prestige und wegen der Chöre gehen auch die Touristen in die Kirche, obwohl der Gottesdienst auf Samoanisch ist. Aber die Menschen können prima singen und auch wegen der weißen Sachen lohnt sich das wirklich. Außerdem hat alles zu und in den meisten Orten darf man sonntags nichtmal an den Strand.
Und dann ist Samoa noch für eine andere Religion von Bedeutung, nämlich für die Bahá'í. Das ist so eine Art Überreligion, man geht davon aus, dass alle Religionen im Grunde dasselbe erzählen und die jeweiligen Propheten alle recht haben. Es gibt nicht so viele Bahá'í, aber die dafür weltweit. Insgesamt gibt es nur acht Gebetshäuser und eins davon steht ausgerechnet in Samoa. Ein früherer König von Samoa war zum Bahá'í-Glauben übergetreten und hat einen Tempel bauen lassen. Er war schon das zweite Staatsoberhaupt, das Bahá'í war nach Königin Marie von Rumänien. Ein Bahá'íhaus gibt es auch in Hofheim am Taunus, aber ich habe nur ein Bild von dem in Samoa: