Wohnhäuser in Wellington sind manchmal aus Beton, aber meistens aus Holz. Sie sind fast nie aus Ziegelsteinen. Ich finde das bemerkenswert, denn es sind immerhin ehemalige Engländer und Engländer sind ja eigentlich die größten Verteidiger der Dashamwerschonimmersogemacht-Methode.
Nun ist es aber so, dass in Wellington zwei tektonische Platten aufeinandertreffen und es manchmal Erdbeben gibt (ich bin auch schon ganz aufgeregt). Irgendwann wird es ein großes Erdbeben geben und dann ist alles weg, aber bis dahin gibt es erstmal kleine Erdbeben. Es ist nicht direkt ein Schütteln, also keine Hoch-Runter-Bewegung, sondern eher eine horizontale Bewegung, also vor und zurück, vor und zurück. Eine Holzwand gibt da noch ein bisschen nach, während eine gemauerte Mauer einfach Risse bekommt und einbricht, weil sie keinen Bewegungsspielraum hat. Und wenn alles nicht mehr hilft, dann tut Leichtbauweise nicht so weh auf dem Kopf wie Ziegelsteine. Das hat dann auch die Engländer überzeugt.
Leider glauben die Neuseeländer, sie hätten ein mildes Klima, deshalb kommen die Häuser ohne Teufelswerk wie Isolation, Doppelverglasung oder Heizung aus.
Sie streichen sie weiß und falls Extravaganz gewünscht ist, in Bonbonfarben. Das ist das Haus, in das ich morgen einziehen will: