In Napier war ich nun zweimal, nicht nur, weil es nett ist, sondern weil es zweimal auf dem Weg lag. Es gibt nicht so viele Wege in Neuseeland. Insgesamt ähnelt so eine Neuseelandreise einer Autofahrt, bei der man sich entschlossen hat die Autobahnen wegzulassen und nur Landstraße zu fahren.
Napier ... Zuerst hatten sie ein bisschen Pech und die Stadt wurde 1931 von einem Erdbeben kaputtgeschüttelt. Vernünftigerweise haben sie sich dann genau überlegt, was sie so machen wollen und heraus kam sehr viel Jugendstil oder zumindest 30er-Jahre-Stil. Heutzutage treffen nun die reichen, gebildeten Touristen, die das elegante Ambiente schätzen, auf die Bewohner der Stadt, die ihre getunten Autos und Countrymusik noch mehr schätzen. Trotz allem Flairs ist es eben doch immer noch eine kleine Stadt JWD (in the sticks).
Überhaupt haben die Neuseeländer aber ein ganz anderes Verhältnis zur Stadtgröße. Ich werde immer korrigert, wenn ich sage, ich komme aus einer kleinen bis mittleren Stadt, denn was bei uns klein ist, hat hier schon Zentrumscharakter. Ich werde dann auch immer nach dem Namen der Stadt gefragt, denn eine Stadt, die so groß ist, muss man ja kennen. Ist wohl so, wenn man nur drei Städte mit mehr als 500 000 Einwohnern (jeweils) hat, wobei das mit Wellington nicht so sicher ist, das schließt wohl eher den Großraum Wellington ein. Auch wenn die Verwendung des Begriffes Großraum im Zusammenhang mit Neuseeland wahrscheinlich falsche Tatsachen vorspiegelt.
Durch die Abwesenheit von Autobahnen kommen mir die Distanzen immerhin riesig vor, fünf Stunden nach Napier und neun Stunden nach Auckland. Und man muss sich mit den Pausen genau organisieren, weil es nur eine Handvoll Dörfer zwischen den Städten gibt, in denen man einen Kaffee bekommen könnte.
Jetzt aber Napier: