Ich hoffe, alle hatten ein paar schöne Feiertage. Bei mir war es auch ganz schön. Subjektiv betrachtet sind alle Neuseeländer zu Ostern auf irgendwelchen Hochzeiten, also musste ich auch hin und deshalb kann ich jetzt kaum sagen, was so die allgemeinen Ostersitten sind, aber ich kann ja etwas übers Heiraten schreiben. Ist fast dasselbe.
Vielleicht doch erstmal etwas zu Ostern. Vor Ostern essen alle wie verrückt Hot Cross Buns. Das sind Rosinenbrötchen mit einem Kreuz aus hellerem Teig obendrauf. Die sind für Kafreitag gedacht, aber das haben die Leute im säkularen Neuseeland längst vergessen und deshalb essen sie die ganze Zeit Rosinenbrötchen. Ich bin richtig froh, dass das erstmal wieder vorbei ist. Der Schokoladenosterhasenmarkt ist wie der Schokoladenweihnachtsmannmarkt fest in der Hand von Lindt und Sprüngli. Ansonsten ist es langsam ein bisschen herbstlicher, aber es ist nicht so komisch wie Weihnachten im Sommer.
Und dann gehen alle zu Hochzeiten. Menschen im Süden der Südinsel waren nicht auf Hochzeiten, sondern bei einer Flugschau mit historischen Kriegsflugzeugen. Ich habe in letzter Zeit noch ein paar andere Nichtneuseeländer zu Hochzeiten geschickt, damit meine Zusammenfassung glaubwürdiger wird. Man kann sagen, dass neuseeländische Hochzeiten wie überall im Angelsächsischen begangen werden, also mit Brautjungfern und Kleid-geheim-Halten und viel Pipapo. Im Vorfeld gab es eine Hens Night (Junggesellinnenabschied) und eine Bridal Shower (Hens Night mit Muttis). Die Männer hatten auch etwas, aber da durfte ich als Mädchen nicht mit.
Ich glaube, unsere deutschen Hochzeiten sind leichter zu absolvieren. Hauptschwierigkeit ist, dass hier viel geredet wird. Braut und Bräutigam leisten (unter Tränen) einander längere Schwüre. Und beim Essen werden mehrere lange Reden gehalten, die allesamt lustig und unterhaltsam sind. Ich habe bestimmt schon erwähnt, wie extrovertiert hier alle sind?
Typisch ist, dass irgendetwas draußen stattfinden muss, am besten die ganze Feier. Ich habe noch nicht ganz verstanden, warum das so ist, dass die Neuseeländer ihrem Wetter so vertrauen. Sie sind alle überzeugt, dass sie irgendwie in den Subtropen leben und es nie regnet oder so. Dabei regnet es dauernd, das Wetter wechselt pausenlos, es ist windig und es gibt Mücken. Zur Zeremonie am Sonnabend haben wir uns nur den Arsch abgefroren, war also ganz schön.
Und dann haben alle viel gegessen und getrunken. Leider gab es keine "lustigen" Spiele wie bei uns.