Gestern war was los! Da bin ich direkt nach Hause Kamera holen gefahren und wieder hin und naja, die Fotos sind alle Mist und man kann nur mit gutem Willen erkennen, was ich, der Künstler, eigentlich meine.
Gestern gab es die statistisch praktisch unmögliche Kombination aus sonnigem Wetter in Wellington (ja, das ist die größte Hürde) und sonnigem Wetter auf der Südinsel und sonnigem Wetter über der Cook Strait und dann auch noch ein paar Hundert Kilometer Sicht und Schnee auf den Bergen der Southern Alps, also auch noch Winter ... und dann waren da plötzlich schneebedeckte Gipfel wo sonst nichts ist und das ist so unglaublich unwahrscheinlich und ich kriegte einen Kasper, dass man es nicht fotografieren kann. Also, ich nicht, weil bloß Knipser.
Gestern haben sie auch endlich eine Goldmedaille bekommen. Es hat mir schon ein bisschen leidgetan, weil alle so enthusiastisch sind und sich total interessieren, wie ihre Sportler in irgendwelchen obskuren Vorläufen rausfliegen. Sogar Togo hatte schon eine Medaille und Neuseeland überhaupt nichts. Auf Arbeit kann mich schon keiner mehr leiden, weil ich erzählt habe wieviel Gold wir schon haben, einschließlich der australischen Kollegen, die sind auch schon ganz frustriert. Die Kollegen meinen, ich müsste jetzt für Neuseeland sein und manchmal bin ich das ein bisschen, damit das Elend ein Ende nimmt, weil sie ihre Sportler hier echt mögen und so traurig sind wenn sie immer nichts gewinnen.
Dann ist das Land ja auch so klein, dass sich alle irgendwie kennen, also spätestens Montag wird mir bestimmt jemand erzählen, dass er die hübschen Zwillinge, die nun einen Goldmedaille haben, mal auf einer Party getroffen hat oder mit denen zur Schule gegangen ist oder so. Hier wurden auch die Zeitungsausschnitte aus der Mitteldeutschen Zeitung über Edmund Hilarys Beerdigung rumgereicht, weil sie einen der Sargträger kannten. Der ist jetzt stolz wie Oskar, dass er im fernen Deutschland in der Zeitung war.