Heute geht es mal um etwas ernstes, denn gestern war Gedenktag in Neuseeland. Es war der Jahrestag der Schlacht von Gallipoli. Die Schlacht war 1915 im ersten Weltkrieg. Für uns andere war das nur eine Schlacht von vielen, aber für Neuseeländer und Australier war es eines der wichtigsten Ereignisse ihrer Geschichte.
Was damals passierte
Großbritannien war im Krieg. Neuseeland und Australien waren zu der Zeit Dominions des Empires und damit auch im Krieg. Also wurden Truppen geschickt, eine Schiffsreise nach Europa dauerte sechs Wochen. Die Schlacht von Gallipoli nimmt eine herausragende Stellung ein, denn zum ersten Mal gab es viele tote neuseeländische (und australische) Soldaten auf einmal und das muss ein großer Schock für alle gewesen sein.
Was nun passiert
Seitdem ist der 25. April ein Gedenktag in Neuseeland und Australien (aber angeblich vergessen die Australier regelmäßig dass da auch Neuseeländer waren). Der heißt ANZAC Day. So hieß damals der Truppenverband. Es gibt Kranzniederlegungen und Gedenkveranstaltungen im Morgengrauen, in denen allen gedacht wird, die irgendwie mal im Krieg waren. Dafür, dass alles früh um sechs stattfindet oder früher stattfindet, sind viele Menschen da, und zwar insbesondere Veteranen mit Orden, deren Angehörige und Nachfahren und Militär in Uniform.
In der Woche vor ANZAC Day werden Spenden für Veteranen gesammelt und viele Menschen tragen Mohnblumen aus Stoff am Revers, denn die wuchsen auf den Feldern in Belgien im ersten Weltkrieg, waren aber nicht aus Stoff.
Das ist für alle eine hochheilige und ernsthafte Angelegenheit, denn hier gibt es noch Kriegshelden, nur dass die Andacht auch unorthodoxe Formen annehmen kann. Die Neuseeländer und Australier, die sich sonst immer in London besaufen, besaufen sich dann zur Abwechslung in der Bucht von Gallipoli und nennen das dann Gedenken.