Gestern war mal wieder was los, denn es kam der König von Spanien mit seiner Frau, die heißt die Königin von Spanien. Es gab einen Staatsempfang mit Ehrengarde und da war ich dann mal gucken. Erstmal musste ich im Büro fragen ob das geht, denn es war vormittags. War aber kein Problem, außer dass die Kollegen mich etwas mitleidig anguckten und ich glaube, ich habe ein wenig an Coolness in ihren Augen verloren, aber was sein muss muss sein.
Als ich hinkam, waren alle schon aufgebaut, also die Ehrengarde aus allen drei Truppenteilen, das fröhliche Blasorchester und die Kapa Haka-Gruppe, die tanzen Maoritänze. Außerdem unsere Freunde von den Medien, ein paar Zuschauer und die
ostdeutschen Cousinen Vertreter einer Maorifamilie, die von einem Spanier abstammen. Der tauchte im vorletzten Jahrhundert hier auf und heiratete mehrere Frauen und jetzt hat er über 1000 Nachkommen. Das ist eine richtige Familie mit Familientreffen und Familienwappen und so weiter. Manche trugen schöne Mäntel aus Federn.
Dann kam der Premierminister John Key mit seiner Frau. John Key leidet nach wie vor am Hochstaplersyndrom und kann es immer noch nicht alles fassen.
Und dann kam Juan Carlos, also der König von Spanien, mit Sofia, der Königin von Spanien. Es war ein bisschen enttäuschend, denn der König hatte gar keine Krone auf und bloß einen normalen Anzug an, nichtmal eine Fantasieuniform. Die Kapa Haka-Gruppe fing an zu tanzen und scheinbar hat denen das auch nicht gepasst, denn sie haben sehr gefährlich geguckt und ganz schön laut gebrüllt, aber der König hat das alles ohne mit der Wimper zu zucken angeguckt. Ich wette, der zockt zuhause immer alle beim Pokern ab und hat auch nie Angst auf der Achterbahn.
Juan Carlos begrüßte die Familienvertreter mit einem fachmännischen Hongi ohne zu lachen. Das ist wenn man gegenseitig die Nasen zur Begrüßung aufeinanderdrückt, also fast wie ein Inuitkuss, nur frontal.
Dann spielte das Blasorchester und man schritt die Ehrenformation ab um am Ende noch ein bisschen dazustehen und zu gucken. Die lustigen Hüte gehören zur Armee und heißen
lemon squeezers, also Zitronenpressen, wegen ihres Aussehens, und die Angehörigen der Armee sind sich dessen bewusst, dass sie ein bisschen drollig mit ihren Hüten aussehen, deshalb sollte man sie nicht darauf ansprechen.
Eine Frau erzählte mir, dass sie zum Gucken gekommen ist, um den spanischen König zu sehen, denn der sähe aus wie ihr verstorbener Vater und sie wäre nun ganz gerührt.
Am Ende spielte das Blasorchester die Eurovisionsmelodie und all gingen nach Hause.