Eines der Ziele, die wir mit unserem Besuch ansteuerten, war Kaikoura auf der Südinsel. Dort gibt es fast nur ausländische Touristen, denn Neuseeländer wissen eigentlich nicht was sie da sollen. Es gibt also junge Rucksacktouristen und Leute die im Campervan 'rumfahren, denn die Flüge hierher sind ja teuer genug, und Japaner in Bussen. Und dann fielen mir immer mal wieder Deutsche mit teuren Polohemden und gemieteten Motorrädern auf, die man in Berlin verprügeln würde weil sie so nach Wohlstand aussehen.
Nur passt das ja alles nicht zusammen. Mir hat an Neuseeland immer am meisten imponiert wie unprätentiös alles ist. In Kaikoura wird zum Beispiel Hummer in Imbissbuden am Straßenrand verkauft. Das mag ich, aber das taugt doch nicht als Schnöselbespaßung. Überhaupt, selbst die besten Restaurants reparieren ihre Deckenlampen hier mit Klebeband und es gibt kaum Chichi-Läden. Man kann hier gar nicht richtig fein sein. Und nun weiß ich nicht, gefällt denen das hier, so in der Barbarei? Oder muss es ihnen gefallen, weil wer so weit fährt findet's mal besser gut? Wenigstens vor den Lieben/der Konkurrenz daheim?
Das andere, was mich beschäftigt hat, waren die Kameras der Leute. Wirklich viele hatten wirklich teure Kameras mit wirklich teuren Objektiven dabei, also rote und goldene Ringe dran. Können die alle so super fotografieren? Sind das alles Berufsfotografen? Oder haben die alle die Kohle bloß übrig? Ist das gerade modern geworden? Dann kann ich ja beruhigt sein.
Nun ist die Vorweihnachtszeit wieder geschafft. Weihnachten fällt ja in Neuseeland mit dem Sommeranfang zusammen. Zumindest in Wellington ist das Wetter entgegen dem Klischee oft eher wechselhaft als sommerlich. Die meisten Büros schließen bis ungefähr Mitte Januar und die armen Angestellten müssen dann alle zwangsweise Urlaub nehmen und dann fahren wir alle hier zur gleichen Zeit in den Urlaub. Das habe ich vor zwei Jahren ja schonmal bemerkt. Leider sind weite Teile der touristischen Infrastruktur, also Restaurants oder Motels, auch im Urlaub und das ist ein bisschen unpraktisch. Es wird auch in diesem Jahr wieder so sein und im Februar, wenn alle wieder im Büro und die Kinder in der Schule hocken, dann wird es richtig Sommer und keiner geht mehr hin.
Sehr schön ist es vor Weihnachten im Büro. Es ist wie früher vor den Sommerferien, nur dass wir statt Mr Bean-Videos zu tief ins Glas gucken.
Weihnachtsgefühle kommen dabei natürlich nicht auf. Am weihnachtlichsten habe ich mich noch beim Einkaufen gefühlt, als Wham lief. Auf eine merkwürdige Art irgendwie. Ich meine das Weihnachtsgefühl, Wham war wie immer.
Hier noch ein Video, in dem der Premierminister dieses unsägliche Snoopy/Manfred von Richthofen-Weihnachtslied im Radio singt. Ich wünsche mir zu Weihnachten, dass der endlich aufhört so peinlich zu sein.
Das war ja hier ganz schön ruhig, aber jetzt mache ich alles wieder gut. Ganz bestimmt. Der Besuch ist wieder abgereist und ich habe lauter Fotos und auch ein bisschen was zu erzählen. Tierfotos sind auch dabei.
Und heute fangen wir an mit Fotos aus dem immer wieder einmaligen Rotorua.
Paua ist eine Meeresschnecke. Die haben wir den Besuch erst essen lassen und dann haben wir die schönen Schalen gezeigt und dann erst das lebende Tier. War vermutlich die richtige Reihenfolge.