Tja, nun ist ja alles wieder vorbei, Urlaub und Fußball. Als Schland das Halbfinale verlor haben mich die Kollegen behandelt als wäre mein Haustier gestorben. Kurz überlegte ich ob ich mich krank melden sollte, denn das tun die Neuseeländer wenn die All Blacks verlieren. Also natürlich nicht alle Neuseeländer sondern nur manche. Ich habe mich dann natürlich nicht krank gemeldet, denn so einem neuseeländischen Arbeitnehmer stehen nur zehn, manchmal auch nur fünf, Tage krank im Jahr zu und dann ist es besser wenn man die Krankentage für Erkältungen und so aufhebt. Der Winter hat ja auch erst angefangen. Ich habe trotzdem schon die Schnauze voll.
Aber so ein Winter hat auch Vorteile. Ich versuche ja inzwischen schon seit Jahren auch mal zu gärtnern. Leider bewohne ich das einzige Grundstück des Landes auf dem nichts so recht wachsen will. Das liegt am Wind, dem Salzwasser, den Schnecken, den Raupen und am Boden. Andere Leute züchten Mangos, Orangen und Papayas in ihren Gärten und für mich gibt es im Gartenhandel die Abteilung seaside shrubs. Letztes Jahr hatte ich Erdbeeren und Tomaten in Töpfen. Die kann man ins Haus räumen wenn es zu windig ist. Die standen dann also fast immer drinnen, weil es eigentlich immer zu windig ist. Das ging ganz gut.
Nachdem wir letzten Winter eine Nacht Frost hatten, habe ich nun diesen Winter Grünkohl angebaut und vorsichtshalber nicht mehr hingesehen. Geht ganz gut, für Schnecken und Raupen ist es zu kalt. Prima, da können die anderen mit ihren Maracujas und Orchideen einpacken. Ich habe bald Grünkohl. Leider wachsen Kohlpflanzen hier ungefähr doppelt so langsam wie in echt und deshalb wird das jetzt wieder bis zum Frühjahr dauern und dann kommen die Raupen und fressen über Nacht alles auf. Kann gar nicht verstehen, dass die Nachbarn keinen Kohl anbauen. Man könnte die Raupenlast so schön teilen. Irgendwann baue ich ein Hochsicherheitsbeet, eins in dem meine edlen Pflanzen vor der Natur geschützt sind.