Das Neuseeland von früher muss ein ganz wundersamer Ort gewesen sein. Damals, wo sich alle noch den neuseeländischen Traum vom
1/4 acre Land erfüllen konnten und in Gummistiefeln durch die Städte liefen. Auf einen Menschen kamen 20 Schafe, heute sind es nur noch zwölf.
Damals gab es auch keine Zäune und keine Sicherheitsschlösser. Die Auswahl an Konsumgütern war so beschränkt, dass ohnehin alle das gleiche hatten. Alle kannten einander und Nachbarn halfen sich gegenseitig.
Das wirtschaftliche Schicksal einer Provinz entschied sich manchmal durch Sieg oder Niederlage beim Rugby und alle gingen hin in ihren schwarzen Unterhemden und Gummistiefeln.
Früher machten die Kneipen nachmittags um sechs zu. Ja, 18 Uhr, bis 1967 das Gesetz geändert wurde.
Als die Amerikaner auf dem Mond landeten war die ganze Welt selbstverständlich dabei, auch der Ostblock. Nur Neuseeland nicht, da musste erst einer das Band mit dem Film drauf aus Australien mitbringen.
Manches war auch absurd. Früher war es billiger ein Auto in Singapur zu kaufen und mit dem Schiff herzubringen als hier zum Autohänder zu gehen.
Das Neuseeland von früher ist nun nicht mehr, auch wenn immer noch kaum jemand richtige Sicherheitsschlösser hat. Inzwischen sind die Sitten verfallen und alle geldgeil geworden.
Zum Thema Sittenverfall habe ich bei einem anderen Blog namens Kiwispotting etwas über essbare Babys gefunden. Ich habe mir daraufhin auch welche gekauft.
Manchmal merkt man noch ein bisschen von der guten alten Zeit, nämlich dann wenn man auf dem Land unterwegs ist. Das mache ich am Wochenende.