Nachdem nun alle die amerikanische Wahl gut überstanden haben, ist morgen Wahl in Neuseeland. Der Wahlkampf ist praktisch schon zu Ende, denn alle Wahlplakate müssen bis Mitternacht abmontiert sein. Nicht dass es da viel zu tun gibt.
Seit der Einführung von MMP gibt es sogar eine richtige Parteienvielfalt. Zuerst die Labour Party. Die führen seit 9 Jahren die Regierung unter Premierministerin Helen Clark, die aber morgen abgewählt werden wird. Labour ist rot und wie SPD.
Die National Party ist die konservative Volkspartei und blau. Deren Chef heißt John Key und die werden wohl bald regieren. Dann gibt es noch die Grünen, die sind aber langweilig und ein paar Populisten. Insgesamt ist die Dichte an Idioten möglicherweise überdurchschnittlich in der neuseeländischen Politik.
In diesem Zusammenhang besonders erwähnenswert ist Winston Peters. Er ist der Chef von New Zealand First. Man sagt Winston hat neun Leben wie eine Katze. Er sitzt seit 1978 im Parlament, ist inzwischen ein paar Mal aus dem Kabinett geflogen und hatte allerhand Skandale, der letzte ist erst ein paar Wochen her. Im Moment halten ihn alle wieder für erledigt, aber so einer wie Winston kommt immer wieder zurück. Zuletzt war er Minister für äußere Angelegenheiten und tatsächlich Pferderennen.
Und dann gibt es noch allerhand Spaßparteien wie die Bill & Ben Party, die mit einem Trinkspiel auf sich aufmerksam machten, die Aotearoa Legalise Cannabis Party (das ratet ihr nie was die wollen) und The Republic of New Zealand Party (auch klar).
Das Zünglein an der Waage wird vermutlich die Maori Party. Deren herausstechendstes Wahlversprechen ist, dass sie das Rentenalter für Maori auf 60 Jahre senken wollen.