Diese Woche gab es einen Staatsbesuch. Eine Bananenrepublik besuchte die andere, obwohl letztere nichtmal Republik sondern bloß Banane ist. Jedenfalls, und das hat mich mit den Neuseeländern wieder ein bisschen versöhnt, durfte ich mit zur Generalprobe ins
Premier House, wo der Premierminister wohnt. Also, wie das Weiße Haus oder
10 Downing Street, nur eben in der kleinen Bananenkolonie hier. Es ist ganz hübsch, bestimmt nicht opulent und im regional üblichen zusammengestückelten Stil, also hier und da etwas angebaut. Angeblich hatte
Premier House seinerzeit den ersten Fahrstuhl und den ersten Tennisplatz Neuseelands. Später war es dann auch mal eine Kinderzahnklinik, wie grausam.
Zum Staatsempfang gab es eine Ehrengarde von 100 Mann, die sich mächtig anbrüllten, ein Blasorchester und eine Truppe wütender tanzender Maoris. Hoffentlich hat der Präsident von Ost-Timor das trotzdem als freundlichen Empfang verstanden.