Diese Woche gab es ein kleines Lehrstück über Ortsnamen am Beispiel der Stadt Wanganui. Wanganui (ohne h) liegt am Fluß Whanganui (mit h und gesprochen Fanganui). Nun ist allgemein bekannt, dass Wanganui ohne h eigentlich ein Rechtschreibfehler ist und in Maori so keinen Sinn ergibt, aber die Stadt heißt nun schon seit 170 Jahren so und das ist hier eine lange Zeit. Im Jahr 1991 hat man beschlossen den Fluss umzubennen, und zwar von Wanganui ohne h zu Whanganui mit h. Aber die Stadt blieb Wanganui ohne h.
Über Ortsnamen entscheidet das New Zealand Geographic Board. Dort hat jetzt mal jemand vom Maoristamm Whanganui (mit h) einen Antrag eingereicht und man befand die Sache stichhaltig genug, dass nun vorgeschlagen wurde die Stadt doch umzubennen und jetzt sind alle in Wanganui aufgeregt. Der Bürgermeister spricht von einem Angriff auf die Stadt und die Demokratie, denn vor drei Jahren gab es schon einmal ein Referendum und die Mehrheit der Bürger war dagegen. Währenddessen hat die Maori Language Commission schon verkündet, dass wir das h nicht mitsprechen müssen, wenn es kommt, denn auch in Maori gibt es verschiedene Dialekte.
Die eigentliche Frage ist ja, wird ein Name irgendwann richtig wenn man ihn nur lange genug falsch sagt und schreibt?
Derweil stehen heute in der Zeitung noch ein paar andere Anträge auf Namensänderungen, die dem New Zealand Geographic Board in der Vergangenheit vorlagen. Manche davon hätten sogar unsere Freunde in der Sowjetunion beeindrucken können, zum Beispiel die Umbennenung der Südlichen Alpen in Hillary Alps. Könnte man das extra-h für Wanganui nicht als Hillary-h deklarieren? Das klappt bei den Kiwis doch immer.
Mit am besten an Neuseeland ist, dass auch die schrägeren Charaktere Berufen außerhalb der Entertainmentbranche nachgehen können, zum Beispiel in der Lokalpolitik. Heute wird in der Zeitung der Rücktritt von Andrew Williams gefordert. Williams ist der
Aufgenommen: Mär 28, 20:27