Letztes Wochenende war ja Ostern und der beste Kiwi und ich taten was alle taten und fuhren weg. Das tun wir meistens an langen Wochenenden, denn mit dem mickrigen Urlaub, den wir bekommen, bekomme ich das Land ja sonst nie zu sehen. Nun ist es so, dass man, wenn man verreist, viel auswärts isst. Das ist an sich noch kein Problem, wird aber eins wenn man an Feiertagen verreist ist und deshalb auswärts essen möchte.
Vor ein paar Jahren verfügte die Regierung, dass an Feiertagen das anderthalbfache des normalen Stundenlohns gezahlt werden muss und außerdem muss der betroffenen Arbeitskraft ein normaler Arbeitstag freigegeben werden. Das wiederum erzürnte die Gastronomen so sehr, dass sie seitdem an Feiertagen entweder ihre Betriebe schließen oder 15 bis 20 Prozent Aufschlag verlangen.
Das wiederum erzürnt die neuseeländische Allgemeinheit so sehr, dass viele Menschen an Feiertagen lieber stürben als ein Restaurant oder Cafe zu betreten. Das ist aber nicht immer so, denn manchmal sind die Menschen eher pragmatisch als prinzipientreu.
Und das wiederum erzürnt mich. Während ich in Wellington ungefähr weiss, was ich an Feiertagen zu erwarten habe, weiß ich das anderswo nicht. Es kann sein, wie letztes Wochenende in Taupo, dass alles offen hat und die Menschen fürchterlich prinzipientreu nicht hingehen und wir deshalb immer sofort einen Sitzplatz bekommen. Es kann aber auch passieren, wie vor anderthalb Jahren in Napier, dass weite Teile der Gastronomie geschlossen hatten, die Menschen sich aber gerade pragmatisch fühlten und trotzdem essen gehen wollten und plötzlich war wieder alles wie früher in der DDR.