Was Wahlberechtigungen angeht, kann man Glück und Pech haben, so im Weltmaßstab, denn jedes Land macht sich das so zurecht wie es das gerne hätte und für den einzelnen Weltenbummler geht das dann gut oder schlecht aus.
Es ist nämlich so, dass man in Deutschland wählen kann, wenn man Deutscher ist und schon mal in Deutschland gelebt hat, inclusive DDR sogar. In Neuseeland kann jeder wählen, auch Ausländer die hier dauerhaft ansässig sind. Also kann ich im August beim neuseeländischen Volksentscheid mitmachen und im September bei der Bundestagswahl wählen und mich dabei doppelt demokratisch fühlen. Oder doppelt ratlos und blöd, aber das hilft ja nichts.
Andererseits würde der beste Kiwi von allen, wenn er denn nach Deutschland ziehen würde, beim Thema Demokratie ziemlich schnell in die Röhre gucken. Denn Neuseeland ließe ihn nicht mehr wählen wenn er länger als drei Jahre außer Landes wäre, aber Deutschland ließe ihn als Ausländer auch nicht mitmachen. Na sowas, da kann er auch nach China ziehen. Das wiederum würde er nicht tun, denn es gibt meistens keine Gabeln zum Essen.
Ich selbst habe den Verdacht, dass die Fristen für die Briefwahl mit den Postlaufzeiten eh nicht so ganz vereinbar sind, aber wenigstens werde ich hier nicht mit Plakaten und so Dösel belästigt.