Man sollte auch mal das Goethe-Institut lobend erwähnen. Man weiß gar nicht wieviele Beziehungen die retten. Die machen nicht nur guten Deutschunterricht für all die armen Wellingtonians, die irgendwie deutsche Partner erwischt haben, sondern tragen auch zu meiner persönlichen Unterhaltung maßgeblich bei. Oft sind deren Veranstaltungen ein bisschen hochkulturig, aber sie bringen immer mal wieder bekannte Filmemacher nach Neuseeland und das ist auch schön.
Heute begann das deutsche Filmfestival und der beste Kiwi von allen brachte vom Deutschunterricht eine Einladung zur Eröffnungsfeier mit. Ich habe dort eine Frau im Dirndl und einen Trabi auf einmal gesehen und das bekommt man auch in Deutschland nur an besonders erinnerungswürdigen Tagen zu sehen.
Dann spielten wir German spotting und es gab sogar richtige Berliner Schnurrbartmänner. Die haben sie alle eingeflogen.
Und dann hielten viele Menschen lange Reden. Es gab so viele wichtige Wichtel, dass die anwesenden Botschafter und Würdenträger bloß noch im Plural (dear excellencies and dignitaries) angeredet wurden. Am berühmtesten war Lord Chris Patten, der letzte Gouverneur von Hong Kong.
Deutsche Redner versuchten Maoribegrüßungen. Der Sitznachbar fand das sehr höflich und meinte, damit kann nur er gemeint sein als der mutmaßlich einzige Maori im Saal. Die Neuseeländer stammelten auch ein paar deutsche Sätze. Der Kulturminister von Neuseeland redete dann selbstvergessen vom fall of Berlin (2. Weltkrieg, gegen Ende) bis er merkte, dass es fall of the Berlin wall heißen muss, aber das tat der Heiterkeit keinen Abbruch. Also wieder leider nicht bei einer diplomatischen Krise dabeigewesen.
Film war gut. Hieß Novemberkind, ist wahrscheinlich in Deutschland schon ein alter Hut, aber hier müssen sie ja immer erst die Filmrolle einfliegen.