Der beste Kiwi von allen ist nebenbei auch noch Hilfsschotte. Das sind Leute, die von Schotten abstammen und darauf großen Wert legen. Der beste Kiwi von allen zum Beispiel hat einen schottischen Vor- und Nachnamen, wohnt neben der presbyterianischen Kirche, besitzt ein Clanwappen mit Familienkaromuster und ging in eine schottische Schule. Ja, so etwas gibt es hier. Dass seit drei Generationen niemand aus seiner Familie mehr schottischen Boden betreten hat tut bei soviel Heimatliebe nichts zur Sache.
Leider hat der beste Kiwi von allen von Schottland eigentlich keine Ahnung. Die modernen schottischen Errungenschaften, also Irn Bru und frittierte Marsriegel, kennt er zum Beispiel nur weil ich ihm davon erzählt habe. Und wollte er in Schottland leben könnte er das nur weil ich einen EU-Pass habe. Geizig ist er auch nicht. Deshalb habe ich die heimliche Theorie, dass in Wirklichkeit ich Schotte bin und nicht er.
Am Osterwochenende waren wir nun in Dunedin. Dunedin war mal als eine Art südliches Edinburgh gedacht, ist nun aber mehr wie Halle an der Saale. Das ist per se nicht schlecht, denn Halle ist besser als sein Ruf, ebenso wie Dunedin. Und weil Dunedin seinerzeit von Schotten besiedelt worden ist, wird dort viel schottische Kultur gepflegt, zum Beispiel
highland dancing und so. Da auch von dort keiner seit ungefähr 1890 mehr in Schottland war, kennt man die modernen schottischen Errungenschaften dort auch nicht, aber es gibt Haggis und es stellte sich heraus, dass der beste Kiwi von allen auch noch nie Haggis gegessen hatte. Das hat er nun nachgeholt und irgendwann fahren wir auch noch nach Schottland. Zu seiner Hochzeit kommt er aber wohl in Hosen.