Ich bekenne, ich habe von der Gesundheitsreform profitiert. Von nun an werde ich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit andächtig auf den Reichstag sehen und den Politikern in Gedanken eine Kusshand zuwerfen. Dass ich das noch erleben darf.
Vor der Gesundheitsreform wäre ich in eine unangenehme Lücke bei Rückkehr gekracht, in der ich bis zur Jobfindung ohne Krankenversicherung dagestanden hätte.
Nun aber das How-To zum Thema Auslandsaufenthalt und Krankenkasse nach der Gesundheitsreform, vielleicht helfen ja meine Erkenntnisse mal jemandem weiter:
Zuerst Krankenkasse anrufen: Ich habe erzählt, dass ich ins Ausland, nämlich Neuseeland und diverse andere Ausländer, will, wahrscheinlich auch ein bisschen arbeiten, aber man weiß nichts genaues, nur dass die freiwilligen Krankenkassenbeiträge zu hoch sind, um sie weiter zu bezahlen.
Daraufhin sagte die Krankenkasse kein Problem, schickte dann aber einen Brief mit einem Anmeldeformular für eine Anwartschaftsversicherung. Anwartschaft heißt keine Versicherungsleistung, aber für 37 Euro/Monat die Zusage, dass man bei Rückkehr wieder aufgenommen wird. Begründung war, dass ich ja im Ausland zwangsläufig privat versichert sein müsste, weil es da ja keine GKV gibt. Das ist Unsinn, denn interessant ist der Versicherungsstatus im Inland und außerdem, woher wollen die wissen, dass ich mich überhaupt krankenversichere?
Jetzt kommt noch mehr Lobhudelei für die Politiker. Es gibt eine Hotline zur Gesundheitsreform, die heißt Bürgertelefon:
Kann man hier ansehen
Was keiner ahnt, da hebt jemand am anderen Ende ab. Und es war auch sonst erquicklich, kompetent, freundlich, hossa. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer sogenannten Vollversicherung und einer Reisekrankenversicherung, auch wenn die über drei Jahre geht. Und wichtig ist auch, dass man seine Kündigung ordentlich bestätigt bekommt. Sonst kommt man in 20 Jahren wieder und die GKV sagt dann, oh, da ist ja ein 20-jähriger Beitragsrückstand und das will man ja auch nicht nachzahlen.
Ich hatte neue Munition und rief also wieder die gierige Krankenkasse an, um mich zu erkundigen, woher sie wissen wollen, dass ich mich überhaupt im Ausland krankenversichere. Daraufhin bekam ich eine Kündigungsbestätigung zum Wechsel in eine andere GKV innerhalb der nächsten 18 Monate. Das ist auch Unsinn, aber mir konnte noch niemand erklären, welche Konsequenzen das so hätte.
Nochmal angerufen, jetzt habe ich eine Bestätigung über meine Versicherungszeiten, die an genau dem Tag enden, an dem ich das Land verlasse. Und wenn ich wiederkomme, bin ich wohl angeblich ab dem Moment, an dem ich am Flughafen deutschen Boden
küsse betrete, wieder dabei bei der GKV, die so total schnell alles kapiert hat.
Ich übernehme aber keine Gewähr, ob das stimmt, was ich hier erzähle. Das weiß ich nämlich selbst erst, wenn es am Ende gut gegangen ist.