Es war wirklich nicht schlecht. Es gibt einen Busfahrplan, aber den kennt keiner. Man geht zum Busbahnhof der Hauptstadt Apia und fragt mal 'rum oder eben je nachdem wo man ist, fragt man die Einheimischen, wann ungefähr der Bus fährt.
Als ich also zum ersten Mal Bus fahren wollte, ging ich zum Busbahnhof und jemand schickte mich dann auch in die richtige Richtung und da gab es dann auch einen Bus für mich. Busse sind ohne Fenster und aus Holz und sind bunt angemalt und sie haben Duftbäumchen, glücklicherweise nicht Fichtennadelduft.
Im Bus saßen schon allerhand Leute und jeder hatte einen 25kg-Sack Reis dabei. Dann kam der Busfahrer und der befand offenbar, dass nicht genug Leute im Bus saßen und dann fuhren wir Runden um den Busbahnhof, falls doch noch jemand mit will. Später fuhren wir Runden durch die Stadt und da wollte wirklich noch jemand mit, der hatte lauter Bretter und Baumaterial mit, das wir dann in den Gang stellten.
Irgendwann fand der Busfahrer, dass wir nun genügend Fahrgäste sind, um die Reise anzutreten und wir machten erstmal eine Pause. Zu der Gelegenheit stiegen alle aus und jeder kaufte sich ein Eis und eine Cola. Irgendwann stiegen alle wieder ein und wir fuhren los. Also, das Einsteigen war, wie alles, in Samoageschwindigkeit.
Unterwegs stiegen noch mehr Menschen zu. In Samoa dürfen die Menschen im Bus nicht stehen. Deshalb setzen sie sich dann aufeinander, auf den Schoß. Das erfordert ein bisschen Geschicklichkeit, aber man ist auch nicht in Eile und da ist es nicht schlimm.
Später hielt der Bus bei einem Fischverkäufer und alle stiegen aus und kauften Fische, die ca. einen Meter lang waren. Passt ja gut zum Reis.
Die Fahrt von 35km dauerte drei Stunden. Das war aber in Ordnung, denn am Ende war ich mit sämtlichen Schulkindern, die auf der Strecke leben, befreundet.